Peter Sloterdijk zum Bundeskanzler bestimmt

29. November 2009 | Von J. Thomas Li | Kategorie: Feuilleton

Die 5. afrikanische Armee unter General Bimbo hat am Dienstag 5.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit ihren Siegeszug durch Europa fortgesetzt und Berlin zur Kapitulation gezwungen. Auf der Basis einer wachsenden Truppenstärke, von jetzt 15 Mio Kämpfern unter Waffen, stiessen sie nur auf vereinzelten und hilflosen Widerstand in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs. General Bimbo lobte in einer deutschlandweiten Fernsehansprache die Kapitulationsfreudigkeit der deutschen Bevölkerung und bekräftigte noch einmal, dass sich die Lebensumstände für niemanden wesentlich verschlechtern werden. Zwangsarbeit, Okkupation und Kolonialisierung schloss er als völlig unzeitgemäß und überflüssig aus. Vielmehr gehe es eher um eine Gleichstellung und wörtlich „vernunftorientierte Koexistenz“ zwischen dem afrikanischen Kontinent und den angeschlossenen europäischen Gebieten.

Mit allem Nachdruck bekundete er noch einmal seinen Willen, keinen Fehler der materialistischen Demokratien wiederholen zu wollen und sicherte Deutschland zukünftig weitgehende Autonomie zu. Ein erstes Zeichen setze er, indem er Peter Sloterdijk zum Bundeskanzler benannte. Mit Platons Zitat

„Die ideale Tugend der Gerechtigkeit kann am besten dadurch verwirklicht werden, dass die Philosophen den Staat regieren.“

lies er Sloterdijk keine Möglichkeit, seine Amtseinsetzung abzulehnen, Eine Ablehnung wäre wohl auch in Hinblick auf dauerhafte Sanktionen nicht zu verantworten gewesen. Mit einer großzügigen Übergangsfrist von 4 Jahren, die auch dem hohen Spendenaufkommen und Hilfsleistungen der letzten Jahrzehnte geschuldet sind, muss Sloterdijk das deutsche Staats- und Wirtschaftssystem vernunftorientiert ordnen. Dieses umfasst, als wichtigste afrikanische Doktrin die Auflösung sämtlicher privater Vermögenswerte. Doch aufgelöst heißt nicht enteignet, so General Bimbo. Es sei vielmehr ein symbolischer Akt und eine Chance für alle, sich aus der Diktatur des Geldes zu verabschieden. Er versprach weiterhin, dass das die Demokratie mit Peter Sloterdijk nie wieder eine Chance auf deutschem Boden haben wird. Sie werde vielmehr durch eine Diktatur der Vernunft abgelöst, die in ihrem Ideal für alle dauerhaft eine wesentlich höhere Lebensqualität biete. Er beendete seine Rede mit einem Gedicht des afrikanischen Nationalpoeten J. Thomas Li, der fast sein ganzes Leben in Deutschland arbeitete und lebte.

Saulus „Der Demos in seinem scheußlichsten Sein galoppiert die Steppen der Unvernunft.

Seine Nüstern sind starr vor Angst und eines Erlösers Wiederkunft.

Ich sandte ihn zu Tausenden aus mit fettem Vieh und schlichter Moral.

Ich schlug ihm ab seinen träumenden Schweif und damit auch sein Ideal.

An seinen Blick schnallte ich Klappen aus Stahl, er scheut bei jedem Zügelzug.

Und schnaubt einen Neid der irrational in ein weites Land aus Selbstbetrug.

Sein Wiehern kann tausendfach anders sein betörend und auch scheusslich entzweit.

Es trübt ohne Grund euren Geist, der eigentlich doch der Zukunft geweiht.

Nur das fetteste Gras ist ihm genug, er rauft es vom Boden ohne Verstand.

Er tritt und wütet gleich einem Fluch, der in ihm versteckt zu euch gesandt.

Dieser Fluch wird euer bitteres Ende sein, das Ende und der Schmerz dieser Zeit.

Der Kinder Verzweiflung und klebriger Streit fortlaufend geölter Gefühllosigkeit.

Den Demos betreut eine bucklige Frau, liebkost und herzt ihn an seinem Geschlecht.

Und der narbige Stallknecht schaufelt goldenes Heu auf den düsteren Boden sinnlosen Rechts“.

Wir, die Redaktion des Ostpreussischen Boten, sind vollster Zuversicht, dass wir am Anfang eines glücklichen Zeitalters stehen.

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